Hier eine kurze Übersicht der einzelnen Testpunkte mit einer subjektiven Bewertung.
(es fehlen noch Bilder und ein paar Punkte. Diese werde ich noch im November ergänzen)
Inhaltsverzeichnis:
- Vorbemerkungen
- Äußerliches / Optik 85 von 100
- Inbetriebnahme 80 von 100
- Anzeige / Bedienung 75 von 100
- Watchfaces 30 von 100
- Apps 70 von 100
- GNSS Empfang (gerne auch GPS genannt) 90 von 100
- Barometer 60 von 100
- Höhe 20 von 100
- Körpermessung (Fett, Wasser, …) 80 von 100
- Pulsmessung 75 von 100*
- Blutdruckmessung 80 von 100
- EKG ??
- Blutsauerstoff 70 von 100
- Akku / Aufladen 25 von 100
- Lautsprecher / MP3 Player 80 von 100
- Automatiche Workouterkennung 85 von 100
- Schrittzählung 90 von 100
- Schlafüberwachung 75 von 100
- Kalorienverbrauch 50 von 100
- Workouts 70 von 100
- Telefon / LTE 70 von 100
- NFC 80 von 100
- Haltbarkeit / Zuverlässigkeit ??
- Fazit
?? keine realistische Bewertung möglich
Vorbemerkungen
Vor der Watch 4 habe ich bereits verschiedene Smartwatches genutzt, die alle mit eigenem Betriebsystem ausgestattet waren. Die Watch 4 ist meine erste Uhr mit Google Wear Os.
Von der Samsung Gear Sport bin ich zur ersten Galaxy Watch 46 umgestiegen. Derzeit benutze ich auch noch eine Honor GS Pro, die in vielen Punkten mit der Huwaei GT 2 Pro übereinstimmt.
Daneben habe ich auch mehrmals China Billig Smartwatches im Preisbereich zwischen 30 und 80 Euro ausprobiert. Diese waren mehr oder weniger unbrauchbar, bzw. eher einfache Fitnessarmbänder mit etwas größerem Display. Alle hatten auch gemeinsam, dass sie in den Angebotstexten viel versprachen – davon aber letztlich wenig leisten konnten.
Lediglich die günstigen Modelle von Huami (z.B. die Amazfit Verge lite) lohnen da ggf. eine nähere Betrachtung.
Da ich die erste Galaxy Watch und die Honor GS Pro noch besitze, werde ich die Watch 4 an einigen Punkten mit diesen vergleichen.
Mein Testbericht bezieht sich auf die Firmware vom 5.11.2021 (R895FXXU1DUJA).
Äußerliches / Optik
Die Watch 4 kommt in einer länglichen Box, die neben der Uhr noch das Ladegerät und eine Schnellstart Anleitung enthält. Letztere ist ohne Lupe kaum lesbar – ich habe es deshalb erst gar nicht versucht.
Den Zusatz Classic trägt die Watch 4 zu Recht. Denn was das Design angeht, liegt sie viel näher an der ersten Galaxy Watch als an der zweiten und dritten Serie. Allerdings ist das Gehäuse nun komplett schwarz und wirkt dadurch etwas eleganter und auch kleiner.
Obwohl das Gehäuse mit 13 mm nur 1mm dünner als das der alten Galaxy Watch 46 ist, wirkt sie vor allem am Handgelenk deutlich dünner. Das ist sicherlich auch auf das komplett schwarze Äußere zurückzuführen. Die GS Pro, die noch einem mm dicker ist, wirkt aufgrund ihres rustikalen Designs gegen die Watch 4 schon fast wie ein Klotz am Arm.
Das dünnere Gehäuse erkauft sich die watch 4 aber eben auch durch einen schwächeren Akku.
Das Armband ist an einem 20mm Steg befestigt. Bänder der Vorgänger mit 22mm lassen sich also nicht mehr nutzten. Nachgemessen beträgt die Weite des Stegs nur 19,7mm. Das könnte ggf. zu Problemen beim Zukauf von zusätzlichen Armbändern führen.
Erstmals ist das Armband auch so gestaltet, dass es am Steg nicht frei beweglich ist. An meinem breiten Handgelenk hat das keinen Nachteil – könnte bei dünneren Handgelenken aber die Passform beeinträchtigen (*** Bild ***).
Die Länge des Armbands ist ungewöhnlich lang. Bei schmalen Handgelenken dsieht das unschön aus. Hier hätte für schmale Handgelenke gerne ein zusätzliches (kurzes) Armband beilliegen dürfen. Meine (meist billigen) Ersatzbänder in 22mm haben an den Bandhalterungen innen kleine Noppen. Diese bieten Halt in den Löchern des Armbandes, so dass die Halterungen nicht verrutschen. Das hätte ich mir bei dem Samsung Armband auch gewünscht.
Hatte die erste Galaxy Watch noch diverse Plastikstreifen und Abdeckungen zum Schutz von Glas und Sensoren, kommt die Watch 4 ohne solche aus.
Insgesamt wirkt die Watch 4 aber edel und stimmig.
Inbetriebnahme
Grundsätzlich verläuft die Einrichtung selbsterklärend – funktioniert aber (wie bei fast allen Smartphones) nur zusammen mit einem Smartphone. Auf diesem wird dann zwangsweise und automatisch die Galaxy Wear App installiert über die man dann auch alle weiteren Einstellungen vornehmen kann.
Während der Installation muss man entscheiden, ob man Daten an Samsung senden möchte, Die Standorterkennung aktivieren will und ob man die Uhr mit (s)einem Google Konto verknüpfen möchte. Letzteres ist fast unumgänglich, da man ansonsten keine zusätzlichen Watchfaces oder Apps installieren kann.
Da mir dies nicht klar war, habe ich bei der ersten Installation auf all dies verzichtet. Natürlich kann man notwenige Einstellungen auch später bei Bedarf ergänzen. Beim Google Konto hat das allerdings nicht geklappt. Beim ersten Versuch ohne Google Konto ein Watchface zu installieren, musste ich der Uhr erlauben, jetzt das Google Konto vom Smartphone zu übernehmen. Geschafft hat das die Watch 4 aber auch nach 10 Versuchen nicht (vermutlich Softwarefehler). Erst nach einem Zurücksetzten der Uhr und einer Neuinstallation, konnte ich dann bereits dort das Google Konto vom Smartphone übernehmen.
Zusätzlich benötigt man noch die Samsung Health App. Da diese bei mir bereits installiert war, kann ich nicht sagen, inwieweit das bei der Erstinstallation der Uhr ansonsten automatisch passiert.
Zum Abschluss bekommt man dann noch ganz kurz die wesentliche Bedienung in einem kleinen Tutorial auf dem Bildschirm der Watch 4 angezeigt.
Insgesamt verläuft die Installation schnell und einfach – zumindest wenn man direkt ein Google Konto eingibt/verknüpft.
Anzeige / Bedienung
Bedient wird die Watch 4 über das Touchdisplay, die drehbare Lünette und zwei Knöpfe auf der rechten Seite. Wer sich einmal an die zügige und zuverlässige Bedienung per Drehung an der Lünette gewöhnt hat (und das geht sehr schnell), möchte darauf nicht mehr verzichten. Auch wenn das Bedienkonzept von Honor/Huawei nicht schlecht gelöst ist, würde ich mir auch dort eine Lünette wünschen.
Da nicht alle Watches mit Googles Wear Os über eine Lünette verfügen (müssen), kann man alle Funktionen auch immer auf anderem Wege anwählen. Dies erfolgt zumeist mit einem Wischen nach links.
Das Display ist ausreichend scharf und hell, was allerdings schon bei den Vorgängern und auch bei der Konkurrenz nicht schlechter ist. Die automatische Helligkeitssteuerung ist nach der Erstinstallation aktiv und funktioniert gut. In völliger Dunkelheit könnte die Helligkeit aber für meinen Geschmack etwas höher sein. Bei der Honor wird das minimal besser geregelt.
Schon bei den Vorgängern mit Tizen gibt es Bildschirme für die Schnellauswahl von Standardfunktionen. Ich hätte diese als Favoriten bezeichnet. Bei Tizen nennt Samsung diese Widgets und bei Wear Os heißen diese nun Kacheln.
Weitere Funktionen werden über zusätzlich installierbare Apps angeboten.
Sicherlich ist es ein großer Vorteil, wenn auch andere Hersteller zusätzliche Funktionen in Form nachträglich zu installierender Programme anbieten können.
Die meisten Funktionen der Watch 4 lassen sich schnell über die Lünette auswählen (oder Wischen von rechts nach links). Dies klappt allerdings nur, wenn für die Funktion eine Kachel verfügbar ist und diese Kachel auch in die Favoritenliste eingetragen ist. Durch ein langes Tippen auf eine beliebige Kachel kann man diese Favoritenliste einfach bearbeiten und Kacheln entfernen oder hinzufügen.
Alternativ erreicht man in manchen Watchfaces einzelne dieser Funktionen auch über ein einfaches Tippen auf einen bestimmten Bildschirmbereich.
Was Samsung bei der Watch 4 Kacheln nennt, hieß bei den alten Tizen Galaxy Watches noch Widgets. Davon gibt es bei der Watch 4 bisher insgesamt 23. Von diesen Kacheln wählt man sich also seine favorisierten Anwendungen (Kacheln) aus und stellt sich so sein persönliche Schnellauswahl zusammen, die man dann per Lünette anwählen kann.
Leider gibt es nicht für jede Funktion eine solche Kachel. Möchte man also z.B. Kompass, Barometer oder die Höhe schnell per Drehung der Lünette anwählen, dann geht das aufgrund fehlender Kacheln leider nicht. Auch Apps kann man leider nicht in diese Schnellauswahlliste legen.
Watchfaces
Natürlich sind Watchfaces Geschmacksache. Mir hat es immer Spaß gemacht, die Farbe des Armbands meiner alten Galaxy Watch zusammen mit einem dazu passenden Watchface zu wechseln. Dabei bevorzuge ich Watchfaces mit gleichzeitig analoger und digitaler Angeige, einer ausreichend großen Darstellung von Zusatzfunktionen und sinnvollen Funktionsbuttons auf dem Bildschirm.
Für die alten Tizen Modelle der Galaxy Watches gab es ein riesiges Angebot an Watchfaces. Und dabei sind neben sehr professionellen und kostenpflichtigen Anzeigen auch viele und tolle kostenlose dabei. Dazu kommt die praktische Möglichkeit, viele Watchfaces auch noch individuell anpassen zu können. Hierbei ist Samsung/Tizen den Huawei/Honor Watchfaces weit überlegen.
Bei Samsung eigenen Tizen Watchfaces gechieht dies bequem über eine Konfiguration. Watchfaces anderer Hersteller lassen sich meist (etwas umständlicher) per Tippen oder Doppeltipp auf bestimmte Bildschirmbereiche einstellen.
Was die Einstellungsmöglichkeiten der Watchfaces für die Watch 4 angeht, bin ich von Wear Os sehr angetan. Hier erfolgt die Anpassung sehr bequem in einer Konfiguration auf dem Smartphone. Und die Einstellmöglichkeiten der bisher ausprobierten Watchfaces sind dabei extrem vielfältig.
Mir persönlich gefallen die bereits vorinstallierten Watchfaces der Watch 4 kaum. Löschen kann man diese auch nicht. Leider ist das Angebot an Watchfaces im Google Playstore derzeit noch sehr schwach. Und komplett kostenlose Watchfaces findet man kaum; die meisten haben einige Gratisfunktionen und zusätzlich kostenpflichtige Premiumeinstellungen.
Der Shop selber ist dann auch noch schlecht sortiert. Eine Rubrik, bzw. Vorauswahl z.B. für kostenlose Watchfaces gibt nicht. Und die bisher verfügbaren Rubriken helfen bei der Sortierung, bzw. Auswahl kaum.
Zudem hat sich da auch noch ein Bedienungsfehler eingeschlichen: Geht man aus einer Rubrik wieder heraus, landet man unerwartet im allgemeinen Playstore und nicht im WearOs/Watchface Bereich.
Insgesamt sind die Watchfaces extrem flexibel – die Auswahl aber leider sehr gering und der Shop unsortiert.
Apps
Im Appstore finden sich zahlreiche Apps. Wirkliche Highlights habe ich leider nicht gefunden. Das ist aber natürlich Geschmacksache und kann auch an der schlechten Darstellung und Sortierung im Shop liegen.
Die Liste der Apps kann einfach bearbeitet und umsortiert werden. Die vorinstallierten Apps können aber nicht entfernt werden.
Die Installation kann per Smartwatch oder per Handy erfolgen und ist grundsätzlich einfach. Bis die App dann aber wirklich auf der gekoppelten Uhr angekommen ist, kann eine recht lange Zeit vergehen. Zuerst steht auf dem Handy, dass die App bald auf der Uhr installiert wird. Wann und wie lange das dauert – darüber gibt es keine Info. Irgendwann steht auf der Liste im Handy, dass die App auf der Smartwatch (angeblich) installiert ist. Auf dem App Bildschirm ist sie damit aber noch lange nicht.
Im Playstore auf der Uhr wird dann zumindest angezeigt, das da noch eine Installation stattfindet. Trotz scheller Datenverbindung lief das bei mir mehrere Minuten.
Das ist nervig und intransparent und sollte unbedingt verbessert werden.
GNSS Empfang (gerne auch GPS genannt)
Der GNSS Empfang erfolgt bei mir zumeist in wenigen Sekunden und bleibt dann auch stabil vorhanden. Ob dabei die 4 in den Spezifikationen genannten Systeme (GPS – USA, Glonass – Russland, Beidou – China und Galileo – Europa) tatsächlich genutzt werden und wie viele Satelliten gleichzeitig empfangen werden, ist mangels passender Software leider nicht zu ermitteln. Ich würde mir eine App (ähnlich wie es viele „GPS“-Utilites für Smartphones gibt).
Aufzeichnungen sind aber relativ genau und weichen nur wenig von meinen anderen Geräten ab. Zumindest beim Gehen und Wandern Workouts wird jede Sekunde eine GPX-Date geschrieben. Dies führt selbst bei kleineren Abweichungen von der wirklichen Position eher zu etwas längeren Streckenangaben. Dies bleibt aber im absolut vertretbaren Rahmen von wenigen Prozent und ist ähnlich genau wie bei der ersten Galaxy Watch. Meine Honor GS Pro und das S21 Ultra sind da ein klein wenig genauer.
Unter etwas unrealistischen Ideal-Bedingungen (Fahrradworkout / 50km Straße) liegt die Watch 4 um 1,6% daneben (zu wenig). Beim S21 Ultra waren es zum Vergleich 0,1%, bei der ersten Galaxy Watch 0,6% (zu viel) und bei der Honor GS Pro 0,5% zu viel.
Bei realistischem Szenario wäre es aufgrund meiner Messart vermessen, Abweichungen in so exakten Prozenten anzugeben. Grundsätzlich ist es aber so, dass Abweichungen nach oben umso mehr ins Gewicht fallen, je langsamer man sich bewegt und je häufiger Positionen erfasst werden.
Dennoch war auffällig, dass nur die Watch 4 mal über und mal unter der tatsächlichen Distanz lag. Die alte Galaxy Watch und die Honor lagen fast immer leicht über der tatsächlichen Strecke.
Einen Vorteil durch die Tatsache, dass die Watch 4 als einzige der 3 Uhren 4 GNNS Systeme auswerten kann, konnte ich nicht ausmachen. Alle Uhren hatten auch im Wald einen stabilen Empfang. Lediglich beim Empfang im Gebäude schien die Watch 4 etwas besser zu sein.
Allerdings könnten die 4 GNNS Systeme im Gebirge (Schluchten, Felsspalten oder nahe an Bergen) vorteilhaft sein. Dies kann ich hier im Flachland aber nicht testen. In der Stadt – also zwischen Gebäuden war ein solcher Vorteil nicht feststellbar.
Die GPS Daten können in der Health App exportiert werden. Diese Funktion ist mir sehr wichtig und fehlt leider in der Honor/Huawei App.
Insgesamt ist der GNSS Empfang absolut zufriedenstellend.
Barometer
Leider ist der Luftdruck Wert in der Kompass App versteckt und kann nicht über die Kacheln angezeigt werden. Dies sollte Samsung dringend ändern. Allerdings ist es anscheinend möglich, den Luftdruck auch in Watchfaces anzeigen zu lassen. Allerdings habe ich bisher erst ein kostenloses Watchface gefunden, welches das anzeigen kann.
Unverständlicherweise gibt es keine Anzeige des Luftdruck Verlaufs. Schließlich ist das eine der interessanten Informationen und war auf der ersten Galaxy Watch in einem kleinen Diagramm vorhanden. Auch das sollte Samsung der Watch hinzufügen.
Zugegeben; der Luftdruck ist insgesamt ein weniger wichtiger Wert.
Allerdings ist er zwingend erforderlich für eine barometrische Höhenanzeige, die einer Höhenanzeige per GPS weit überlegen ist!
Seit dem Firmwareupdate vom 5.11.21 wird in der Kompass App der Luftdruck nun nur noch angezeigt, wenn man auch eine Verbindung zum Handy und darüber eine Positionsbestimmung vorgenommen hat. Das macht allerdings überhaupt keinen Sinn – denn der Luftdruck ist ja nun einmal ein reiner Hardware-Messwert, der überhaupt keine Position benötigt. Tatsächlich hat es eine Änderung gegeben. Diese ist aber doch nicht so eindeutig wie beschrieben…
Höhe
Eine präzise Anzeige der Höhe ist für mich eine der wichtigen Funktionen der Watch.
Da GNSS Systeme aber für die Positionierung in der Ebene ausgelegt sind, ist deren Höhenangabe sehr ungenau. Eine barometrische Höhenmessung, die die kleinen Luftdruckveränderungen je Höhe auswerten kann, ist da bedeutend genauer. Allerdings ändert sich der Luftdruck auch durch das Wetter. 1 hPa Luftdruckänderung entspricht (ganz grob) 8 Höhenmeter. Verringert sich der Luftdruck also Wetterbedingt z.B. um 2hPa, so glaubt der barometrische Höhenmesser, man wäre nun ca. 16 Meter höher gestiegen.
Deshalb bedarf es vor eine Höhenmessung einer Kalibrierung passend zur aktuellen Wettersituation. Dies erfolgt bei der Watch 4 (und auch bei den Vorgängern) bei gekoppeltem Handy mit Datenempfang automatisch. Aus einer Datenbank wird der wetterbedingte Luftdruck des aktuellen Aufenthaltsortes geladen und dann aufgrund der Abweichung die Höhe berechnet, angezeigt und ggf. auch aufgezeichnet.
Benutzt man die Uhr aber ohne Handy, ist ein solcher automatischer Abgleich nicht möglich. Dann muss man vor Beginn einer Aufzeichnung die aktuelle Höhe manuell einstellen. Dies war bei der alten Galaxy Watch auch möglich. Die Watch 4 verfügt überraschenderweise nicht über eine solche manuelle Kalibrierung. Stattdessen wird bei nicht gekoppeltem Handy einfach der Höhenwert ausgeblendet. Das ist absolut unverständlich und muss dringend geändert werden. Überraschenderweise wird ohne gekoppeltes Handy und somit ohne angezeigte Höhe bei manchen Workouts dennoch eine Höhe angezeigt und gespeichert. Woher diese kommt, ist schleierhaft. Grundsätzlich könnte diese vom „GPS“ kommen – aufgrund meiner Tests scheint das aber nicht der Fall zu sein. Korrekt ist diese Höhe aber leider nicht. Wie sollte sie das auch sein, wenn doch keine (manuelle) Kalibrierung erfolgen konnte.
Solange ein gekoppeltes Handy mit Datenverbindung vorhanden ist, ist die Höhenangabe recht genau und der Verlauf der Höhe (also An- und Abstieg) sehr genau.
Ohne gekoppeltes Handy ist die Höhe nur in Workouts zu sehen und dann leider völlig unzuverlässig. An- und Abstieg sind aber auch in diesem Fall sehr genau.
Der Abgleich (ohne Handy) bei bestehender LTE Datenverbindung klappt nicht immer zuverlässig. Gerne wird auch dabei angezeigt, dass kein Verbindungsaufbau möglich ist.
Zudem wird der Standort auch nicht immer zuverlässig aktualisiert.
Insofern ist die dann angezeigte Höhe
Insgesamt besteht hier erheblicher Überarbeitungsbedarf.
Körpermessung (Fett, Wasser, …)
Um die Anteile von Körperfett, Muskelmasse und Wasser zu berechnen, wird Strom durch den Körper geschickt. Dafür braucht es je eine Stelle für den Stromein- und austritt. Bei Waagen dienen dazu die beiden Füße – bei größeren Fitnessgeräten erfolgt dies über die beiden Hände. Je mehr Körper sich zwischen diesen beiden Messpunkten befindet, desto genauer sollte eine solche Messung sein.
Die Watch 4 ist eine der ersten Smartwatches, die diese Funktion überhaupt bieten. Sie nutzt hierfür den Mittel- und Zeigefinger derselben Hand. Wie Samsung es gelingt, so auf genaue Werte zu kommen, weiß ich nicht. Wie bei allen Messungen ist es wichtig, sich genau an die Anweisungen zu halten. Legt man die Arme z.B. an den Körper oder (im Sitzen) die nackten Unterarme auf die nackten Oberschenkel, bekommt man Werte mit größerer Abweichung.
Hält man sich an die Anweisungen zur Messung, schwankt der gemessene Wert erstaunlich gering und stimmt auch einigermaßen mit meiner Waage überein. Dennoch würde ich die Genauigkeit des Angezeigten Körperfettanteils mit +- 2% Punkten ansehen.
Insgesamt ist die Körperfettmessung recht zuverlässig.
Pulsmessung
Ohne (größere) Bewegung gemessen, ist die Pulsmessung sehr genau. Dies war aber auch schon bei der ersten Galaxy Watch so und auch billige NoName Smartwatches und Fitnessarmbänder haben damit keine großen Probleme.
In der Bewegung fehlt mir leider eine Möglichkeit der exakten Kontrolle. Deshalb vermag ich da keine genaue Aussage zu machen. Im Vergleich zur ersten Galaxy Watch ist Messung beim Wandern oder Laufen aber deutlich genauer. Das ist allerdings kein Kunststück – denn die alte Galaxy Watch hatte hier große Schwächen.
Gerne hätte ich auch noch die Pulsmessung beim Schwimmen ausprobiert – dies muss ich aber später nachholen. Die alte Galaxy Watch war bei der Pulsmessung im Wasser schlicht unbrauchbar. Die Honor GS Pro schafft das hingegen erstaunlich gut.
Blutdruckmessung
Warum mir die Handy App anfangs immer nur anzeigte, dass die Uhr die Blutdruckmessung angeblich nicht unterstützt, weiß ich nicht. Irgendwann (vielleicht Update der Handy App) war diese Fehlermeldung aber dann weg und ich konnte die Uhr für die Messung einrichten.
Ob die Blutdruckmessung tatsächlich nur mit bestimmten Samsung Handys funktioniert, konnte ich nicht prüfen. Allerdings wäre das unverständlich, denn ein gekoppeltes Handy ist überhaupt nur bei der einmaligen Kalibrierung erforderlich. Mit einem (möglichst genauen) Blutdruckmessgerät macht man dafür 3 Testmessungen und gibt dann die Werte in die App auf dem Handy ein. Anschließend kann eine Blutdruckmessung auch ohne (gekoppeltes) Handy erfolgen.
Die Messungen der Watch 4 weichen anschließend nicht sehr stark vom externen Blutdruckmessgerät ab. Meist sind es 1-5, in seltenen Fällen aber auch bis zu 10 mmHg.
Wenn ich allerdings den Blutdruck meiner Frau gemessen habe, waren die Ergebnisse (vor allem beim diastolischen Wert) völlig falsch. Allerdings ist die Messung lt. Anleitung auch nur für die Person vorgesehen, die die Watch 4 auch entsprechend kalibriert hat.
Etwas lästig ist, dass man vor jeder Messung immer erst noch den Hinweistext bestätigen muss. Dieser sagt (wie auch die Anleitung) aus, dass man sich letztlich nicht auf die Werte der Watch 4 verlassen sollte….
Vermisst habe ich allerdings eine Funktion, der automatischen und kontinuierlichen Blutdruckmessfunktion über z.B. einen Tag hinaus.
Insgesamt bin ich von der Genauigkeit der gemessenen Blutdruckwerte aber durchaus überrascht.
EKG
Die Sinnhaftigkeit eines EKGs habe ich schon vor meinem Test angezweifelt – und daran hat sich auch anschließend nichts geändert.
Auch die EKG Messung kann ohne Handy erfolgen. Nach 30 Sekunden Messung erhalte ich dann immer den Hinweis, dass kein Vorhofflimmern entdeckt wurde. Dazu gibt es auf der Uhr einen Graphen, der mir genau so wenig sagt, wie die 3 Graphen, die die Health App dazu anzeigen kann.
Insgesamt kann ich nichts über die Genauigkeit des EKGs sagen. Vermissen würde ich diese Funktion aber nicht – es sei denn, dass es eine Auswertungsmöglichkeit gibt, die mir als Nicht-Mediziner brauchbare Erkenntnisse liefert.
Blutsauerstoff
Leider hat weder mein Hausarzt, noch meine Apotheke ein solches Messgerät, welches ich als Referenz hätte verwenden können. Alleine diese Tatsache drückt aber auch schon aus, wie (wenig) notwendig eine solche Messung im Alltag ist.
Bereits meine Honor GS Pro verfügt über eine solche Messung und produziert dabei zumeist Ergebnisse, die von 96% bis 100% variieren und durchaus glaubwürdig waren. Die Messwerte der Watch 4 liegen fast immer 2-3% Punkte unter denen der GS Pro – sind für sich genommen aber genau so glaubwürdig.
Der Blutsauerstoff kann während des Schlafens kontinuierlich überwacht werden. Leider ist die Auswertung dieser Funktion recht schlicht. Anstatt einer Grafik mit den Messwerten gibt es einfach nur den Hinweis, dass ich zwischen 22 und 5 Uhr Werte von 93-98% hatte. Das ist doch etwas wenig …
Akku / Aufladen
Die mitgelieferte Ladestation lädt die Watch 4 induktiv und hält mit einem keinen Magnet an der Rückseite der Uhr. Das USB Kabel für die Stromversorgung ist an dem kleinen Ladekreis fest angebracht. Mir wäre hier ein Micro USB Anschluss lieber gewesen, so dass man nur ein sehr kleines Ladeteil mitnehmen muss – Kabel gibt es ja an vielen Stellen genug …
Hatte die ähnlich große erste Galaxy Watch 46 noch einen 472 mAh Akku, wurde der bei den folgenden Generationen verkleinert. Auch die Galaxy Watch 4 hat in der 46mm Variante nur einen 361 mAh Akku – also ca. 23% weniger. Von einer Honor GS Pro mit 790 mAh sind alle Samsung Smartwatches weit entfernt.
Die Auflade Geschwindigkeit kann nicht gerade als schnell bezeichnet werden. Es dauert ca. 1 ¾ Std bis zur Volladung. Bei der alten Galaxy Watch war das aber auch nicht besser. Die Honor GS Pro braucht etwa die gleiche Zeit – obwohl deren Akku mehr als doppelt so groß ist. Allerdings lädt Honor auch nicht per Induktion.
Eine typische Aufladung von ca. 25 auf 90% schafft man bei der Watch 4 allerdings auch schon in etwa einer Stunde. Anfangs wird nämlich schneller als mit 1% pro Minute aufgeladen. Die letzten 10% dauern dann besonders lange.
Über die Ladestation der alten Galaxy Watch lässt sich die Watch 4 nicht aufladen. Auch ein Ladepad für das S21 erkennt die Watch 4 nicht.
Über mein S21 Ultra (Wireless Power Share) kann die Watch 4 aber geladen werden. Das ist allerdings extrem langsam. Die Anzeige der Uhr hilft dabei, die richtige Position auf der Rückseite des Handys zu finden. Dann dauert die Aufladung von 20% auf 30% bei mir fast eine Stunde und die Uhr wird dabei an der Unterseite recht warm. Allerdings ist die Ladegeschwindigkeit nicht konstant. Die nächsten 10% dauerten über eine Stunde und die folgenden 10% „nur“ gut 30 Minuten.
Warum die Uhr (oder das Handy?) bei dieser Aufladung dann aber oft mit Gepiepe oder Brummen nervt, habe ich nicht herausgefunden.
So kann die Lademöglichkeit über ein Samsung Handy tatsächlich nur als Notlösung angesehen werden, da in dieser Zeit ja auch das Handy nicht anders genutzt werden kann.
Der Akkuverbrauch ist natürlich stark von den Anforderungen / Einstellungen ab. Im Menü unter dem Punkt Akku wird eine voraussichtliche Restlaufzeit für den aktuellen Akkustand angezeigt. Nach meinen Erfahrungen ist diese aber sehr unzuverlässig.
Hat man z.B. die dauerhafte Pulsmessung und die nächtliche Blutsauerstoffmessung aktiviert und macht man dann auch noch Workouts mit GPS Nutzung, wird es schwer, 24 Std Akkulaufzeit zu erreichen. Nutzt man das Always On Display und/oder die LTE Funktion, dann wird es schon schwer, von morgens bis abends ohne Aufladung hinzukommen.
3 Typische maximale Laufzeiten habe ich ermittelt. Dabei wurde die Watch 4 ansonsten kaum bis gar nicht genutzt und auch fast keine Benachrichtigungen angezeigt. Die tatsächlichen Laufzeiten dürften also geringer sein.
- „ohne alles“ (Flugmodus, kein Always on, keine Pulsmessung, kein LTE): 71 Std / 3 Tage
- „gekoppelt“ (kein Always on, Puls alle 10 Min, kein LTE): 47 Std / 2 Tage
- „LTE“ (nicht mit Handy gekoppelt, kein Always on): 24 Std / 1 Tag
Aktive GNNS (GPS) Nutzung kostet zusätzlich ca. 1% Akku pro 5 Minuten.
Blutsauerstoffmessung und/oder Schnarcherkennung während des Schlafs reduziert die Laufzeit noch einmal erkennbar; die permanente Pulsmessung hingegen nicht so stark.
Es ist mir ein Rätsel, wie andere Nutzer auf 3-4 Tage tatsächliche Nutzungszeit kommen wollen. Ich vermute stark, dass diese Zeiten nicht tatsächlich erreicht wurden, sondern lediglich bei einem Akkustand von 90% hochgerechnet wurden. Das ergibt aber keine korrekten Werte, da die %-Anzeige am Anfang deutlich langsamer fällt.
Insgesamt betrachtet, ist die Akkuausdauer der Watch 4 vergleichsweise gering und leider auch deutlich schlechter als bei der ersten Galaxy Watch. Wo diese noch 2-4 Tage ohne Aufladung genutzt werden konnte, schafft die Watch 4 gerade mal 1-2 Tage und in gar nicht so unrealistischen Fällen auch nicht einmal 24 Std. Von realistischen Laufzeiten einer Honor GS Pro, die selbst bei regelmäßiger GPS Nutzung 10-14 Tage durchhält, ist die Watch 4 leider meilenweit entfernt.
Lautsprecher / MP3 Player
Die Watch 4 verfügt über einen gut brauchbaren Lautsprecher.
Wie bei einem so kleinen Gerät nicht anders zu erwarten, kann dieser nicht mit einer besonderen Tonqualität überzeugen und lässt vor allem Bässe fast komplett vermissen. Für ein Telefonat, oder eine Sprachausgabe (z.B. Infos beim Workout) reicht der Lautsprecher aber locker aus. Musik wird man aber eher mit einem gekoppelten Bluetooth Kopfhörer abspielen.
Die Lautstärke ist ok, könnte aber (z.B. für Telefonate im fahrenden Auto) gerne etwas höher sein. Immerhin übersteuert der Lausprecher auch bei maximaler Lautstärke nicht.
Die alte Galaxy Watch 46 ist (am Arm getragen) geringfügig, die Honor GS Pro deutlich lauter.
Für Hinweise, Wecker oder zum Telefonieren ist die Watch 4 in nicht allzu lauter Umgebung aber durchaus geeignet.
Die Kopplung mit einem BT Kopfhörer gelingt (auch) bei der Watch 4 einfach. Klangunterschiede kann ich dann zur ersten Watch oder zur Honor GS Pro nicht ausmachen.
Automatiche Workouterkennung
Die automatische Workouterkennung funktioniert gut. Getestet habe ich diese allerdings nur mit Gehen oder Laufen. Im Gegensatz zur ersten Galaxy Watch kann man nach der Erkennung eines (begonnenen) Workouts wählen, ob dieses automatisch beendet werden oder die Aufzeichnung wie eine manuell gestartete laufen soll . Beantwortet man die dann gestellte Frage auf der Watch 4 mit nein (oder gar nicht), bleibt die Aufzeichnung im automatischen Modus. Bei Beantwortung mit „Ja“ wird die Aufzeichnung als manuelles Workout fortgesetzt – also als ob man es manuell gestartet hat.
Beim Gehen oder Laufen erscheint diese Frage (also die Erkennung) nach 500 – 1000 Metern. Die ersten 200-300 Meter davon fehlen später im Workout. Dies war allerdings bei der alten Galaxy Watch nicht anders. Da fehlten hinterher sogar noch 100-200 Meter mehr.
Will man also jeden Meter auswerten können, darf man sich nicht auf die automatische Aufzeichnung verlassen. Dafür muss man dann aber auch immer an die manuelle Beendigung des Workouts denken – was ich nach längeren Wanderungen oft vergessen habe…
Schrittzählung
Die Schrittzählung ist recht genau und lag in meinen Tests um 1%.
Beim einem Test von genau 2000 Schritten zählte die Watch 4 1962 Schritte. Bei einer Pause ohne Schritte mit simulierten Wegbeschreibungen und entsprechenden Körper- und Armbewegungen kamen 16 Schritte hinzu; zusammen also 1979 Schritte insgesamt.
Zum Vergleich zeigte die erste Galaxy Watch fast das identische Ergebnis. Die Honor GS Pro war mit 2002 Schritten zwar klar die genaueste, lies sich aber durch die „Wegbeschreibung“ mit zusätzlichen 33 Schritten am meisten beeindrucken und lag letztendlich mit 2035 am weitesten daneben.
Auffällig ist, dass die Watch 4 als einzige meiner 3 Watches die Schrittanzeige auf den Watchfaces nicht immer zeitnah aktualisiert. Manchmal dauert es ein paar Sekunden im Stand, dass die korrekte Zahl endlich im Display erscheint. Zuletzt scheint sich das gebessert zu haben (Update?).
Insgesamt ist die Genauigkeit der Schrittzählung in Ordnung.
Schlafüberwachung
Die Schlafüberwachung bring ähnliche Ergebnisse und Erkenntnisse wie schon die erste Galaxy Watch und auch die Honor GS Pro.
Zusätzlich kann man auch noch den Blutsauerstoff während des Schlafes aufzeichnen lassen, den man allerdings anschließend in der Health App kaum auswerten und noch nicht einmal brauchbar anzeigen lassen kann.
Es gibt auch noch eine Schnarch-Überwachung. Das ist allerdings keine Funktion der Uhr, sondern wird über das Handy aufgezeichnet und bewertet. Dafür muss das natürlich auch in der Nähe des Kopfes liegen.
Aber auch ohne diese Zusatzfunktionen finde ich die Auswertungsmöglichkeiten völlig ausreichend und hilfreich. Man sollte sich aber nicht von den Daten der Watch 4 verrückt machen lassen. Entscheidend ist vor allem das subjektive Gefühl – auch wenn die Watch „anderer Meinung „ sein sollte.
Kalorienverbrauch
Grundsätzlich finde ich eine genaue Angabe des Kaliorienverbrauchs besonders interessant.
Eine Einschätzung über die Zuverlässigkeit der Angaben der Watch traue ich mir aber nicht zu.
In sich betrachtet, erscheinen die Angaben durchaus schlüssig. Würden bei der Berechnung des Verbrauchs auch die Werte der Körper(fett)messung einbezogen, sollte das Ergebnis demjenigen anderer Smartwatches grundsätzlich überlegen sein. Eine permanente Pulsmessung sollte die Zuverlässigkeit ebenfalls erhöhen – falls diese denn bei der Berechnung einfließt.
Allerdings gibt es einige Anzeichen dafür, dass (auch) die Watch 4 den Puls (und wahrscheinlich auch die Körperfettmessung) doch eher ignoriert und die Kalorien aus irgendeiner statischen Formel berechnet. So habe ich lt. Watch 4 bei gut 50 Minuten Radfahren ca. 1600 Kalorien gelassen – obwohl mein Puls in dieser Zeit unter 70 lag. Ich bin nämlich überhaupt nicht Fahrrad sondern Auto gefahren. Die Honor GS Pro hat mir für das selbe Fahrrad Workout genau 0 Kalorien zugestanden.
Hier wäre also vermutlich einiges mehr möglich…
Workouts
Wie schon die Vorgänger liefert die Watch 4 massenhaft sinnvolle (und vielleicht auch weniger sinnvolle) Workouts.
Diese lassen sich manuell einfach Starten und Beenden. Es werden während des Workouts diverse Informationen angezeigt, wobei diese Anzeige auch noch flexibel angepasst werden kann. Über die Health App kann man anschließend auf dem Handy noch viel mehr anzeigen lassen und auswerten als auf der Watch 4.
Zwar ähneln sich die Einstellungen der alten Watches mit Tizen, sind aber nicht identisch mit denen bei Wear Os. Leider wurden zwei Einstellungen bei der Watch 4 weggelassen:
- Standort (GNNS/GPS)
Konnte man bei Tizen noch für jedes Workout selber Einstellen, ob ein GNNS Track aufgezeichnet werden soll oder nicht, ist das bei Wear Os nun für jedes Workout zwangsweise voreingestellt.
Natürlich macht es keinen Sinn, z.B. beim Heimtrainer die Trackaufzeichnung zu aktivieren. Umgekehrt macht das aber (auch aus Stromspargründen) durchaus Sinn, das mal abzustellen. - Anzeige während des Workouts
Die Watch 4 zeigt pro Workout 2 Bildschirme mit Informationen. Hier hat man die Auswahl, welche und wie viele Werte pro Bildschirm angezeigt werden sollen.
Bei Tizen konnte man aber mehr als 2 Displays einrichten. Ich habe das gerne gemacht, da ich weniger (und dafür größere) Werte pro Display übersichtlicher fand. - Unschön auch, dass bei der Anwahl über die Schnellwahltaste das Workout sofort startet – auch wenn es eines mit GNSS/GPS Aufzeichnung ist und der Satellitenempfang noch gar nicht vorhanden ist.
- Letztlich ist es unverständlich, dass nicht bei allen Workouts auch alle Anzeigen ausgewählt werden können. So kann man sich z.B. beim Wandern die Höhe ausgeben lassen; beim Radfahren geht das aber unverständlicherweise nicht.
Schön ist allerdings, dass man auch während der Aktivitätsaufzeichnung auf das normale Uhren-Watchface gehen und die Uhr normal weiternutzen kann. Das geht z.B. bei der Honor Watch nicht.
Alle Workouts bieten die Möglichkeit, ein Ziel einzustellen. Macht man das, erhält man Hinweise, inwieweit man sein Ziel bereits erfüllt hat.
Weiterhin kann man sich in wählbaren Intervallen (z.B. jeden km) per Sprachausgabe benachrichtigen lassen. Hierbei ist es beim mir häufiger Vorgekommen, dass der Anfang der Ansage abgehackt und unverständlich war.
Telefon / LTE
Das Einrichten einer eSim war über die Wear App sehr einfach. Anschließend funktionierte das Telefonieren und der Datenempfang über das Netz problemlos.
Die Empfangsstärke und Qualität ist zwar etwas geringer als beim S21 Ultra. In meiner Umgebung habe ich dennoch nur zwei Stellen gefunden, bei der ich mit dem S21U noch Empfang hatte, mit der Watch 4 aber nicht mehr.
Es empfiehlt sich, eine Zwei-Sim mit der Rufnummer des Handys zu nutzen. Nutzt man nämlich eine separate Sim/Rufnummer, so ist diese nur dann erreichbar, wenn die Uhr nicht mit dem Handy (Wear App) gekoppelt ist. Während der Verbindung mit dem Handy, nutzt die Watch 4 grundsätzlich nur die Telefonverbindung des Handys. Dies ist eine Grundeinstellung und diese scheint auch nicht änderbar zu sein. Anrufe oder SMS an die Rufnummer / eSim der Watch 4 kommen dann nämlich nicht durch.
Solange die Umgebung nicht zu laut ist, klappt das Telefonieren über die eingebauten Lautsprecher/Mikro der Uhr gut. Eine etwas höhere maximale Lautstärke über den internen Lautsprecher wäre aber dennoch wünschenswert.
Mit verbundenem BT Set, konnte ich keine Unterschiede zwischen Watch4 oder Telefonat mit Handy feststellen. Beides funktioniert gleich gut.
Der Datenempfang funktioniert normal gut. Mangels Anzeige der Geschwindigkeit, kann ich aber nichts genaueres dazu sagen.
Insgesamt ist die Telefonfunktion aber gut umgesetzt und nutzbar.
NFC
Außer der Bezahlung mit Google Pay oder Samsung Pay habe ich keine Anwendung für NFC gefunden.
Auch auf meinem Handy habe ich Google Pay und Samsung Pay eingerichtet.
Bei meinem ersten Versuch, Google Pay auf der Watch einzurichten, bin ich letztlich immer bei der Auswahl der Kreditkarte gescheitert. Nachdem ich die Uhr einmal zurückgesetzt und neu eingerichtet hatte (weil sie sich nicht mehr mit meinem Handy verbinden wollte), habe ich erneut probiert Google Pay einzurichten. Dieses mal klappte es dann ohne jegliche Probleme. Allerdings muss bei der Einrichtung das Handy gekoppelt sein, da einige der Installationsschritte auf dem Handy erfolgen.
Um mit Google Pay bezahlen zu können, muss bei der Watch 4 ein Sperrbildschirm eingerichtet sein.
Es gefällt mir nicht, dass man anschließend vor der Bedienung die Uhr entsperren muss. Besser fände ich, wenn das nur nötig wäre, wenn ich wirklich die NFC Funktion nutzen möchte.
Immerhin scheint sich die Watch 4 zu merken, ob man nach der letzten Entsperrung die Uhr dauerhaft getragen hat. Dann bleibt die Uhr (meist) entsperrt. Das funktioniert recht zuverlässig – aber nicht perfekt.
Das Bezahlen mit der (entsperrten) Watch per Google Pay funktioniert dann problemlos.
Ich gehe davon aus, dass das bei Samsung Pay nicht anders ist – habe es aber nicht ausprobiert.
Haltbarkeit / Zuverlässigkeit
Schwer zu beurteilen ist für ich nach 4 Wochen die Haltbarkeit und dauerhafte Zuverlässigkeit der Watch 4. Es wäre nicht fair, dem neuen Modell die gleichen Probleme wie der alten Galaxy Watch zu unterstellen. Diese hatte nach Wasserkontakt leider erhebliche Probleme mit der Luftdruck und Höhenmessung. Auch Akku- und allgemeine Zuverlässigkeit waren bei meiner alten Galaxy Watch nicht zufriedenstellend. Innerhalb eines Jahres war die Uhr wegen verschiedener Probleme (bis zum Totalausfall) 5 Mal in Garantiereparatur. Ich hoffe, dass die Watch 4 hier weniger Probleme macht.
Nachdem ich die Watch 4 mehrere Tage nicht genutzt und auch nicht mit dem Handy gekoppelt hatte, klappte eine erneute Koppelung nicht mehr. Ein Problem mit Galaxy Wear schließe ich aus, denn die Koppelung mit der alten Galaxy Watch funktionierte weiterhin ohne Probleme.
Eine erneute Koppelung ist mir erst nach Zurücksetzen der Watch 4 gelungen. Das spricht zumindest nicht für eine besondere Zuverlässigkeit.
Fazit
Die Galaxy Watch 4 bietet einen riesige Funktionsvielfalt in Bezug auf Gesundheits- und Fitnessfunktionien.
Es lassen sich alle Arten von Workouts aufzeichnen und umfangreich auswerten.
Auch wenn manche der Funktionen ausdrücklich nicht für medizinische Diagnosen geeignet sind, waren die Ergebnisse in meinen Tests doch überwiegend zuverlässig und genau. Inwieweit allerdings manche der Funktionen überhaupt einen realen Nutzen haben (z.B. EKG), darf durchaus bezweifelt werden. Nicht immer ist alles Machbare auch sinnvoll.
Optik, Bedienbarkeit und die Möglichkeiten der Anpassung durch Watchfaces und Apps sind sehr gelungen.
Leider ist die Auswahl vor allem an kostenfreien Watchfaces derzeit noch sehr gering und auch sinnvolle Apps wie z.B. für Offline Navigation fehlen (noch).
Die Umsetzung der barometrischen Höhenmessung und Anzeige ist leider mangelhaft.
Auch gibt es einige weitere Mängel im Detail.(s.o.)
Inwieweit Samsung hier nachbessert, ist aus meinen Erfahrungen mit den früheren Modellen leider nicht sicher.
Größter Schwachpunkt der Watch 4 ist jedoch die mangelhafte Ausdauer des Akkus. Bei normaler Nutzung sind keine 2 Tage ohne Aufladung machbar. Bei intensiverer Nutzung (auch von LTE und GPS) kann es vorkommen, dass man noch nicht einmal über einen Tag kommt.
Verglichen mit der ersten Galaxy Watch 46 ist das ein ernüchterndes Ergebnis. Diese hatte in etwa die doppelte Akkulaufzeit. Meine aktuelle Honor GS Pro erreicht mit ihrem doppelt so großen Akku selbst bei intensiver Nutzung Laufzeiten von 10-14 Tage. Allerdings hat diese auch keinen eigenen Mobilfunkempfang.
Viele der von mir beschriebenen (teilweise kleinen) Macken dürften für eine Vielzahl möglicher Nutzer unbedeutend sein. Mir persönlich ist aber z.B. die Höhenmessung besonders wichtig.
Nutzern, denen es zudem nichts ausmacht, Ihre Smartwatch (fast) jeden Tag aufzuladen, erhalten eine schickes Funktionsmonster mit einer eingängigen Bedienung. Dafür müssen sie mit 450 Euro allerdings auch tief in die Geldbörse greifen.
Ich werde bei meiner Honor GS Pro bleiben. Hauptargument dafür ist die erstklassige und robuste Hardware mit der besonders langen Akkulaufzeit. Auch habe ich hier mittlerweile schönere und praktischere Watchfaces gefunden als es diese bisher (kostenfrei) für die Watch 4 gibt. Dafür nehme ich ein weniger schickes Erscheinungsbild und eine (etwas) schlechtere Bedienung (ohne Lünette) in Kauf.